
Manche Wanderungen beginnen nicht erst am Parkplatz. Manche starten schon im Auto.
Bei uns war es diesmal genau so. Wir sind morgens in Tirol losgefahren, und schon da war klar: Das wird kein kühler Wandertag. Die Sonne war früh gut dabei, die Temperaturen angenehm warm, und Richtung Italien kam langsam dieses typische Gardasee-Gefühl auf.
Spätestens an der Mautstelle Schönberg bei Innsbruck, wo man für die Brennerautobahn zahlen muss, merkt man: Jetzt geht es wirklich Richtung Süden. Noch nicht ganz Urlaub, aber der Kopf ist schon halb in Italien.
Und wenn dann hinter der Grenze links und rechts die rostigen Leitplanken vorbeiziehen, weiß man endgültig:
Jetzt sind wir da. Italien. Nicht perfekt, aber genau deshalb irgendwie schön.
Über die Monte-Baldo-Hochalpenstraße zum Startpunkt


Unser Ziel war diesmal der Monte Baldo am Gardasee. Allerdings nicht klassisch mit der vollen Gondel ab Malcesine, sondern von der ruhigeren Rückseite.
Wir sind ein Stück über die Monte-Baldo-Hochalpenstraße gefahren, bis zum Parcheggio del Baldo. Der Parkplatz liegt nicht direkt auf der Gardasee-Seite, sondern auf der Rückseite des Berges. Genau das fanden wir spannend, weil man dem größten Trubel erstmal aus dem Weg geht.
Am Anfang ist die Straße gut machbar. Dann wird sie schmaler, steiler und in den Spitzkehren merkt man schnell: Hier sollte man konzentriert fahren.
Besonders hängen geblieben ist ein kleines Stück, bei dem die Straße direkt aus dem Fels geschlagen wurde. Man fährt durch einen schmalen, dunklen Tunnelabschnitt. Nicht lang, aber eng genug, dass man automatisch langsamer wird.
Links Fels, rechts Fels, vorne der dunkle Durchgang.
Da denkt man kurz:
„Okay, Italien. Du machst es wieder spannend.“
Für geübte Fahrer ist die Strecke machbar. Wer enge Bergstraßen nicht mag, sollte aber wissen, worauf er sich einlässt.


Start am Parcheggio del Baldo


Am Parcheggio del Baldo angekommen, kam erstmal der typische Wanderstart: Auto aus, Türen auf, warme Bergluft rein.
Dann Tagesrucksack raus, Trekkingschuhe festziehen, Sonnenhut auf, Sonnencreme nicht vergessen, Powerbank einpacken, Handystativ prüfen und die Thermoskanne mit kaltem Getränk sicher verstauen.
Bei solchen Temperaturen merkt man schnell:
Ein kaltes Getränk im Rucksack ist keine Spielerei. Das ist eine richtig gute Entscheidung.
Unsere Unterkunft hatten wir übrigens über Booking.com gebucht. Für solche Gardasee-Touren finde ich das praktisch, weil man vorher gut schauen kann, wie die Lage ist, ob Parkplätze vorhanden sind und wie weit man zu den Ausflugszielen fährt.
Hoteltipp für deine Tour:
Wenn du selbst eine Wanderung am Monte Baldo oder einen Gardasee-Trip planst, lohnt sich eine Unterkunft in der Nähe von Malcesine, Brentonico, Nago-Torbole oder rund um den Gardasee.
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Der Anstieg kam direkt
Kaum waren wir losgelaufen, kam schon dieser Gedanke:
„Oh Mann. Was habe ich da bitte wieder rausgesucht?“

Der Weg hatte keine Lust auf gemütliches Einlaufen. Die Steigung kam direkt. Kein sanfter Start, kein langsames Warmwerden. Einfach: Berg.
Und das bei ungefähr 26 Grad am Vormittag.
Es gibt Wanderungen, da läuft man los und denkt: „Ach, ist das schön hier.“
Und dann gibt es Touren, bei denen man nach wenigen Minuten merkt: Heute reden die Beine mit.
Zum Glück hatten wir die wichtigsten Sachen dabei: Sonnenhut, Sonnencreme, genug zu trinken, eine kalte Thermoskanne und gute Trekkingschuhe. Ohne das wäre der Start deutlich unangenehmer gewesen.
Der erste Blick auf den Gardasee
Nach der ersten steilen Passage kam dann dieser Moment, für den man überhaupt losgeht.
Der Blick öffnete sich.
Und plötzlich lag der Gardasee unter uns.

Nicht klein irgendwo zwischen zwei Bäumen. Sondern richtig. Weit, blau, tief unten, eingerahmt von Bergen. So ein Blick, bei dem man automatisch stehen bleibt.
Ich habe den Gardasee schon oft gesehen, aber von dort oben wirkte er nochmal anders.
Das war nicht einfach nur schön. Das war eher:
„Wow. So habe ich den Gardasee wirklich noch nie gesehen.“
Also haben wir nicht einfach weitergemacht. Nach dem steilen Anstieg war erstmal Brotzeit angesagt. Rucksack runter, hinsetzen, etwas essen, aus der Thermoskanne trinken und den See wirken lassen.
Kurz vorher fragt man sich noch, warum man sich solche Touren aussucht.
Dann sitzt man da oben und weiß es wieder.
Natürlich kam auch das Handystativ zum Einsatz. Bei so einer Aussicht macht man nicht nur ein schnelles Foto. Man macht eins. Dann noch eins. Dann eins mit besserem Winkel. Und am Ende hat man wieder mehr Bilder als geplant.


Ganz normaler Veylumo-Wanderablauf.
Cappuccino und weiter zur Bergstation
Nach Brotzeit und Aussicht ging es weiter Richtung Einkehrmöglichkeit.
Und wenn man in Italien unterwegs ist, die Sonne brennt und der Gardasee unten glitzert, dann gehört ein Cappuccino einfach dazu.
Also kurz hinsetzen, Cappuccino trinken und alles sacken lassen. Genau solche Pausen machen eine Tour für mich rund. Nicht nur Kilometer sammeln, sondern auch mal ankommen.

Danach ging es weiter Richtung Stazione Monte Baldo, also zur Bergstation der Funivia.
Dort oben wurde es dann deutlich touristischer. Viele Menschen, viele Kameras, viel Gedränge um die besten Aussichtspunkte. Die Aussicht ist natürlich stark, aber dieser Bereich war uns ehrlich gesagt etwas zu voll.
Deshalb haben wir dort nicht lange Zeit verloren und sind lieber zügig weitergegangen. Genau in dem Moment waren wir froh, dass wir unsere Tour auf der ruhigeren Rückseite gestartet hatten.


An der alten Baita dei Forti kamen wir auch vorbei. Solche Stellen geben der Tour noch etwas mehr Charakter – nicht nur Panorama, sondern auch ein bisschen Geschichte und Berggefühl.
Skipiste, Schafherden und Sessellift
Danach folgte ein breiter Skipisten-Abschnitt – ehrlich gesagt nicht der schönste Teil der Wanderung, eher kahl und stark bearbeitet. Dafür gab es kurz danach eine kleine Anekdote: Zwischen den Schafherden lagen die Hütehunde so regungslos in der Sonne, dass wir kurz erschrocken sind. Zum Glück schliefen sie nur.

Auf dem Weg Richtung Pra Alpesina Chairlift – Lower Terminal war dann irgendwann klar: Weiterlaufen wäre möglich, aber nicht unbedingt nötig.
Also nahmen wir den Sessellift.
Keine Heldengeschichte. Keine „wir ziehen das jetzt durch“-Show. Es war warm, wir hatten genug Höhenmeter in den Beinen, und der Lift kam genau richtig.
Man muss nicht jeden Meter zu Fuß gewinnen. Manchmal darf auch der Sessellift seinen Job machen.

Punto Panoramico mit Gipfelkreuz
Oben angekommen, wollten wir aber noch nicht direkt zurück zum Auto. Also sind wir noch zum Punto Panoramico mit dem Gipfelkreuz gegangen.
Und dieser kleine Abstecher lohnt sich.

Der Gardasee, die Berge, das Licht, die Weite – alles zusammen fühlt sich einfach nach einem richtig guten Wandertag an. Das ist einer dieser Fotospots, an denen man eigentlich nur kurz stehen bleiben will und dann doch länger bleibt.
Hier war wieder klar: Handystativ raus, Kamera vorbereiten, Erinnerung sichern.
Zurück über die ruhigere Seite des Monte Baldo
Der Rückweg führte uns wieder über die ruhigere Seite des Monte Baldo.
Weniger Menschen, mehr Natur, mehr dieses Gefühl, wirklich unterwegs zu sein.
Unterwegs hörten wir die Murmeltiere. Oder besser gesagt: Sie haben uns gehört und laut kommentiert. Fairerweise muss man sagen: Wir waren schließlich in ihrem Gebiet. Wahrscheinlich haben sie nur kundgetan, dass schon wieder Wanderer durch ihr Wohnzimmer laufen.
Der Weg führte entlang der Gruppo Alpinistico Malcesine, mit weiter Sicht ins Tal und dieser warmen, trockenen Bergstimmung, die man am Monte Baldo an heißen Tagen deutlich spürt.


Zum Schluss ging es noch an einer Käserei vorbei und dann zurück zum Auto.
Bei der Hitze war das genau der richtige Zeitpunkt.
Unsere Veylumo-Packliste für diese Monte-Baldo-Wanderung
Diese Tour hat wieder gezeigt: Gute Vorbereitung macht wirklich einen Unterschied. Gerade wenn die Sonne stark ist und der Weg direkt am Anfang ernst macht.
Das hatten wir dabei und würden es genauso wieder mitnehmen:
Sonnenhut
Auf offenen Wegen am Monte Baldo sehr sinnvoll. Die Sonne knallt stärker, als man am Anfang denkt.
Sonnencreme
Gerade in den Bergen wichtig. Wind und Höhe lassen die Sonne schnell harmloser wirken, als sie ist.
Tagesrucksack
Für Getränke, Brotzeit, Sonnencreme, Powerbank, Handystativ und alles, was unterwegs nicht in den Händen nerven soll.
Thermoskanne für kalte Getränke
Bei 26 Grad am Vormittag war das richtig angenehm. Kaltes Trinken unterwegs hebt die Laune deutlich.
Powerbank
Navigation, Fotos, Videos und Karten-App ziehen ordentlich Akku. Für uns gehört sie fast immer dazu.
Handystativ
Perfekt für Paarfotos, Panoramabilder und kurze Videos, ohne immer jemanden fragen zu müssen.
Trekkingschuhe
Die Steigung, das Gelände und die warmen Bedingungen machen gute Schuhe wirklich sinnvoll.
Brotzeit und Snacks
Nach dem ersten steilen Anstieg war unsere Brotzeit genau richtig. Kleine Pausen retten Energie und manchmal auch die Stimmung.
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Unser Fazit zur Monte-Baldo-Wanderung
Diese Wanderung war eine Mischung aus spannender Anfahrt, sportlichem Start, großartiger Aussicht und echtem Gardasee-Gefühl.
Die Hochalpenstraße bleibt auf jeden Fall im Kopf. Besonders das schmale Stück mit dem kleinen dunklen Felsentunnel. Der Start am Parcheggio del Baldo war angenehm ruhig, aber die erste Steigung hatte es direkt in sich.
Bei 26 Grad war das kein lockerer Spaziergang. Aber sobald sich der Blick auf den Gardasee öffnet, ist vieles wieder vergessen.
Die Brotzeit nach dem ersten großen Aussichtspunkt war für uns einer der schönsten Momente der Tour. Einfach sitzen, essen, trinken und diesen Blick wirken lassen. Nicht schnell weiter, nicht nur Foto machen, sondern wirklich kurz ankommen.
Der Monte Baldo kann rund um die Bergstation schon sehr touristisch und voll werden. Gerade deshalb war der Start auf der ruhigeren Rückseite für uns die bessere Entscheidung.
Der Abschnitt über die Skipiste war dagegen eher praktisch als schön. Breit, bearbeitet und nicht gerade der Teil, wegen dem man diese Wanderung macht. Dafür waren die Ausblicke, der Cappuccino, der Punto Panoramico und die ruhigere Rückseite des Monte Baldo umso stärker.
Für uns war es am Ende eine richtig schöne Tour mit allem, was Veylumo ausmacht:
ein bisschen schwitzen, viel schauen, Cappuccino trinken, Fotos machen, Murmeltiere hören und mit staubigen Schuhen, warmem Gesicht und guter Erinnerung zurück zum Auto laufen.
Oder kurz gesagt:
Monte Baldo – sportlicher als gedacht, nicht überall wunderschön, aber mit Gardasee-Blicken, die wirklich hängen bleiben.

